Meine Biografie

 

 

Geboren wurde ich am 10. Oktober 1944 in Köthen / Anhalt. Dort besuchte ich die Grund- und die Erweiterte Oberschule. 1963 legte ich das Abitur mit dem Prädikat „Gut“ ab. Von 1963 bis 1967 studierte ich am Pädagogischen Institut Dresden die Fächer Geschichte sowie Deutsche Sprache und Literatur. Das Staatsexamen als Oberstufenlehrer bestand ich „Mit Auszeichnung“, und meine Examensarbeit befasste sich mit der Entwicklung der beiden ursprünglich expressionistischen Dichter Johannes R. Becher und Gottfried Benn in der Zeit zwischen 1917 und 1933.

 

Auch wenn ich mich beruflich seit langem nicht mehr mit der deutschen Sprache und Literatur befasse, so haben doch meine Hobbys viel damit zu tun. Ich lese nach wie vor sehr viel, und ich bin noch immer bemüht, sowohl auf der Höhe der Fachliteratur als auch der Belletristik zu sein. Letzteres ist zwar seit der Wende ziemlich unmöglich geworden, aber ich gebe mir Mühe. Und wenn man sich darauf konzentriert, Literatur von gewissem bleibenden Wert zu suchen, reduziert sich das üppige Angebot ohnehin recht bald in hohem Maße. Oft und gern gehen meine Frau und ich ins Theater, aber leider sind viele meiner Abende durch meine politische Arbeit schon ausgebucht. Ich höre sehr gern klassische Musik, habe als Schüler, Student und junger Lehrer selbst erfolgreich Theater gespielt (und auch Preise gewonnen), literarische Texte geschrieben (und damit auch Geld verdient), und ich war einige Jahre nebenbei für die international renommierte Zeitschrift „Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur“ Rezensent für Kinder- und Jugendbücher, die sich mit historischen Themen befassten.

 


Inzwischen sind „die Kinder“ meiner damaligen 5. Klasse auch schon bald sechzig. Und ich erst...

 

Bis 1972 arbeitete ich in Köthen: als Lehrer, als Leiter des dortigen Kreispionierhauses sowie – zur Vorbereitung auf eine Aspirantur – ein Jahr lang als Mitarbeiter für Schulen, Hoch- und Fachschulen bei der SED-Kreisleitung.

Als Leiter des Hauses der Jungen Pioniere in Köthen gratuliere ich 1971 der Siegermannschaft im Wettbewerb „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser!“, der unter Leitung des seinerzeit international bekannten Leichtathleten Gerhard Adolph („Adi“) eine Top-Sendung im DDR-Fernsehen war

Foto: Bärbel Elstermann

 

1972 wurde ich an das Institut (ab 1976 Akademie) für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED in eine planmäßige Aspirantur delegiert. Wissenschaftliche Aspiranturen gab es an allen Akademien, Universitäten und Hochschulen der DDR. Es waren drei- bis vierjährige bezahlte Studienzeiten für Hochschulabsolventen, die in dieser Zeit ungestört zu einer Problematik forschen, ihre Dissertation schreiben und verteidigen konnten. 1976 wurde ich mit dem Prädikat „Magna cum laude“ für eine Dissertation (Promotion A) über die DDR-Blockpolitik in der Mitte der fünfziger Jahre zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.) promoviert und blieb als Oberassistent  an der Akademie. 1980 habilitierte (Promotion B) ich mich mit einer Arbeit über westliche parteientheoretische Untersuchungen zum politischen System der DDR und wurde Doktor der philosophischen Wissenschaften (Dr. sc. phil.). 1979 erhielt ich die Hochschul-Lehrbefähigung (facultas docendi), und 1981 wurde ich durch den Minister für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR zum Ordentlichen Hochschuldozenten berufen.

 

Seit Beginn der achtziger Jahre befasste ich mich – später dann auch als Leiter des zuständigen Forschungsbereiches und als Vorsitzender eines DDR-weiten wissenschaftlichen Rats  – mit Fragen der Demokratisierung der politischen Entscheidungsprozesse, vor allem auf der kommunalen Ebene.

 

Kandidat der SED war ich noch auf der erweiterten Oberschule – im April 1963 – geworden, und Mitglied wurde ich im Mai 1964, also mit nicht einmal zwanzig Jahren. Ausschlaggebend dafür waren weder Zwang noch Karrierepläne. Im Gegenteil: Es hatten sich viel mehr für einen Eintritt in die SED beworben als dann „genommen wurden“, und meinen Studienplatz, der – einen erfolgreichen Studienabschluss voraus gesetzt – auch einen garantierten Arbeitsplatz bedeutete, hatte ich bereits zuvor sicher. Bekommen hatte ich ihn nach einer harten Aufnahmeprüfung, denn für einen Studienplatz in der von mir gewünschten Fachkombination gab es neun Bewerberinnen bzw. Bewerber. Nein, meine Motive für den Eintritt in die SED entsprangen der Zeit und der damaligen politischen Atmosphäre in der DDR.

 

In der Neuen Studentenbühne Dresden spielte und sang ich 1966 den Mackie Messer in der  „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill (1. v. rechts).

 

Es war die Zeit nach dem 13. August 1961, und diese Zeit habe ich als eine sehr widersprüchliche erfahren. Selbstverständlich wurde mir recht bald – und im Laufe der Jahre immer mehr – bewusst, dass die Mauer viel Leid in von dieser Grenze zerrissene Familien brachte, dass mit der Mauer auch sehr viele und schwer wiegende Einschränkungen von individuellen Freiheiten und Grundrechten verbunden waren und dass es auf beiden Seiten der Mauer Tote und Schwerverletzte gab. 

 

Gebaut wurde diese Mauer – freilich nach Genehmigung durch Moskau und in Abstimmung mit allen Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrages – von der DDR. Wir wissen heute sogar, dass sich Walter Ulbricht in der Frage des Mauerbaus gegen anfängliche Bedenken der Sowjetunion und anderer Staaten des Warschauer Vertrages durchgesetzt hatte. Zugleich aber nahm ich mehr und mehr wahr, dass in beiden Systemen die Hoffnung da war, mit der Mauer eine dauerhafte Problemlösung für die Beziehungen zwischen den Systemen gefunden zu haben. Und nachdem zu Beginn der achtziger Jahre eine „Eiszeit“ zwischen den USA und der UdSSR ausgebrochen war, gingen gerade von Berlin – also dem Ort, wo die Mauer stand – viele Impulse aus, um die Beziehung zwischen beiden Systemen zu entspannen. Diese Vielfalt – die neben dem unsagbaren Leid, das mit der Mauer verbunden war, ganz real existierte und die von beiden Seiten politisch genutzt wurde – aus der jetzt möglichen Sicht sachlich zu beleuchten, steht der heutigen Geschichtsschreibung noch an.

 

Die Verantwortung für den Mauerbau und seine schlimmen Folgen gehörte für die PDS und gehört auch für DIE LINKE zum von der SED übernommenen Erbe. In unser Traditionsbild – also in jenen Teil des historischen Erbes, auf den wir uns bewusst besinnen – gehört die Mauer auf keinen Fall, weil es keinen auch noch so gewichtigen Grund geben kann, der solche Eingriffe in Menschen- und Freiheitsrechte und sogar den Tod von Andersdenkenden rechtfertigen würde. Der Bau der Mauer muss – bei aller differenzierten Bewertung – unsere konsequente Verurteilung finden. Das ist inzwischen meine feste Überzeugung geworden. Das war aber für mich ein nicht unkomplizierter geistiger und politischer Weg, denn ich war lange Zeit der Auffassung, dass die Mauer historisch notwendig sei und dass es zu ihr keine Alternative gebe.

 

Doch prägend für mich in den Jahren unmittelbar nach 1961 war nicht so sehr das eingeschränkte „Leben hinter der Mauer“, das ich „in der Provinz“ ohnehin nicht so direkt wahrnahm. Vor allem habe ich die ersten Jahre nach 1961 als eine Zeit empfunden, da innerhalb der DDR die – am Ende trügerische – Hoffnung aufkeimte, dass alles, was wir schaffen, auch hier blieb und nicht in den Westen verschoben wurde. Es war eine Zeit der Illusion, dass wir jetzt – abgeschottet zwar, aber eben auch „unbehelligt“ – eine neue, eine sozialistische Gesellschaft aufbauen können. Viele Ideen und Vorstellungen darüber, wie denn eine tatsächlich sozialistische DDR aussehen könne und müsse, begannen zu reifen – vor allem in der Kunst, aber auch in der Wissenschaft und in der Politik. Der Gedanke, dass man den Westen „überholen“, aber ihn dafür nicht einfach „einholen“, sondern für die Umsetzung eines anderen Gesellschaftsideals auch einen anderen Weg finden müsse, wurde vielfältig gedacht und mit interessanten Lösungsideen untersetzt.  Diese Atmosphäre wurde in der späteren DDR-Geschichtsschreibung, weil sie nicht in das DDR-Geschichtsbild in der Ära Honecker passte, weitestgehend ausgeblendet. Und dasselbe geschieht – nun allerdings aus anderen Gründen – auch in der heutigen historischen Darstellung über die DDR. Aber genau diese Atmosphäre war eben da, und sie prägte stark den Aufbruchgeist bei vielen jungen dem System mehr oder weniger verbundenen Menschen. Sie forderte zu Anfang der sechziger Jahre aktive Menschen geradezu heraus, gestalterisch mitzuwirken, und aktiv und auch selbständig war ich schon immer.

 

Dieses – wie ich es empfand – anregende geistige Klima wurde nach 1965 stark eingeengt, belebte sich nach 1971 noch einmal kurzzeitig und versank dann endgültig in Stagnation und Erstarrung. Dass ich dennoch in der SED blieb, eigentlich auch nie politisch resignierte und gar die Absicht zum Austritt – geschweige denn zu einer Ausreise – verspürte, lag sicher zu einem großen Teil an der sehr offenen und anregenden Arbeitsatmosphäre, die in der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED herrschte. Für diese trug vor allem deren langjähriger Rektor Prof. Dr. Otto Reinhold die Verantwortung, und oft genug hielt er für uns den Kopf hin. Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir an der Akademie – obwohl ich aus meiner eigenen Kenntnis und Erfahrung heraus das Wirken der Akademie viel differenzierter als die heute übliche allgemeine Verdammung einschätze – insgesamt eine Politikberatung betrieben, die den gesellschaftspolitischen Irrweg in der DDR beförderte.  

 

In der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED:

Hier als Gutachter in einem Habilitationsverfahren (Promotion B) mit den Professoren Ernst Langhelm (2.v.l.), Rolf Reißig (3.v.l.) und Werner Paff (4.v.l.). Die allgemeine „Hemdsärmligkeit“ war der großen Hitze an diesem Tag geschuldet. 

 

Allerdings baute ich mir selbst eine zusätzliche innere Barriere ein, denn ich hielt für die gesellschaftspolitische Zukunft nur eine Alternative zwischen dem von mir im Grundsatz einseitig idealisierten sozialen System der DDR und dem von mir ebenso einseitig reflektierten System der damaligen BRD für möglich. Einen anderen Weg sah ich nicht. Da war es für mich gar keine Frage, wofür ich mich entschied. Ich war der festen Überzeugung, dass das politische System der DDR – dessen Defizite mir selbstverständlich bewusst waren und an deren Beseitigung, z.B. hinsichtlich der Demokratisierung politischer Entscheidungsprozesse, wir arbeiteten – reformier- und demokratisierbar sei. Dass ich mich einem dritten gesellschaftspolitischen Weg – jenseits von Kapitalismus und von Realsozialismus –, wie er ab Herbst 1989 auch in der DDR als Hoffnung aufschimmerte, lange Zeit geistig verweigerte, lag letztendlich nur in meiner eigenen Verantwortung. Dafür kann und will ich auch nicht andere oder „die Umstände“ verantwortlich machen.

 

Am 28. November 1989 wurde ich – quasi „von jetzt auf gleich“ – zum Sekretär für Parteienpluralismus, Koalitionsarbeit und staatliche Angelegenheiten der SED-Bezirksleitung Berlin gewählt, und im Januar 1990 wurde ich stellvertretender Vorsitzender der Berliner PDS, verantwortlich für das Wirken der PDS Berlin im neu heranreifenden politischen System. Ich war Mitbegründer des Berliner Runden Tisches, vertrat dort die PDS, und ich war PDS-Spitzenkandidat zu den beiden Berlin-Wahlen 1990 (am 6. Mai für die Ostberliner Stadtverordnetenversammlung und am 2. Dezember für das erste Gesamtberliner Abgeordnetenhaus). In der Stadtverordnetenversammlung war ich Fraktionsvorsitzender, und auch im Abgeordnetenhaus leitete ich bis 1995 die PDS-Fraktion.  

 

Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung von Berlin (Ost).

Ich wurde auf den „Links-Außen-Platz“ in der ersten Reihe platziert. Neben mir der Landesvorsitzende Wolfram Adolphi.

 

1995, 1999, 2001 und 2006 wurde ich erneut in das Abgeordnetenhaus gewählt, nun aber jedes Mal über ein Direktmandat zunächst im Bezirk Hohenschönhausen und nach der Bezirksfusion im jetzigen Bezirk Lichtenberg. Im Abgeordnetenhaus war ich bis zur Neuwahl des Parlaments am 17. September 2006 Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Verwaltungsreform; jetzt bin ich – nachdem der Vorsitz der FDP zugefallen ist – stellvertretender Vorsitzender. Die Fraktion hat mir auch die Aufgabe des Sprechers für Regional-, Kommunal- und Verwaltungspolitik übertragen. Bis September 2009 war ich auch Mitglied im Ausschuss für Europa- und Bundesangelegenheiten, Berlin-Brandenburg und Medien, aber nach dem Übertritt eines bisherigen Linksabgeordneten in die SPD-Fraktion haben wir dort nur noch zwei Sitze. Ich werde also künftig nur noch an diesen Ausschusssitzungen teilnehmen, wenn das von mir vertretene Politikfeld der Zusammenarbeit von Berlin und Brandenburg in diesem Ausschuss aufgerufen wird, und das kommt allzu häufig nicht vor. Europa-, Bundes- und Medienthemen sind dort hingegen immer präsent. Seit Januar 2002 bin ich Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Städtetages, dem Vorstand des größten deutschen (und europäischen) kommunalen Spitzenverbandes (www.staedtetag.de).  

 

Nach dem Ausfall der Bundestagsfraktion im Ergebnis der Wahlen vom 22. September 2002 hatte ich die Verantwortung für die koordinierte Zusammenarbeit der kommunalpolitischen Sprecherinnen und Sprecher aus den PDS-Landtagsfraktionen, der PDS-Bundesarbeitsgemeinschaft „Kommunalpolitik“ sowie der Vorsitzenden bzw. Geschäftsführer der Kommunalpolitischen Foren übernommen. Jetzt obliegt diese Aufgabe wieder der Bundestagsfraktion. In diesem Zusammenhang war ich als Hauptverantwortlicher in dem ehrgeizigen Projekt dieses Gremiums engagiert, Leitlinien für die gesamte Kommunalpolitik der Linkspartei.PDS zu erarbeiten, die auf den guten Erfahrungen und entsprechenden Beschlüssen aufbauen, die aber auch die neu entstandenen Bedingungen und Zwänge berücksichtigen. Nach gründlicher Arbeit, intensiven Diskussionen und mehreren öffentlichen Debatten, unter anderem mit externen Sachverständigen, wurden die Kommunalpolitischen Leitlinien auf dem Dresdner Parteitag (10./11. Dezember 2005) beschlossen. Sie haben – auf Beschluss des Parteivorstandes – auch in der neuen Partei DIE LINKE ihre Gültigkeit behalten. Gegenwärtig beginnen wir, ihre Umsetzung in der Praxis zu evaluieren, um die weitere Arbeit entsprechend qualifizieren zu können.   

(www.pds-online.de/partei/strukturen/agigs/ag_kommunalpolitik/index.htm)

 

Bis 1999 war ich ehrenamtlicher stellvertretender Landesvorsitzender der PDS Berlin. Doch nach zehn Jahren habe ich 1999 nicht mehr kandidiert und mich aus Parteifunktionen auf der Landesebene zurückgezogen. Damals war ich 55 Jahre alt, und mit 55 – das war schon immer meine Auffassung – hat man seinen Vorrat an Kreativität für komplexe Prozesse und Leitungsaufgaben zumeist ziemlich aufgebraucht. Und die Gefahr wächst immens, dass man neue Ideen zugunsten einer gewohnten (und im gewissen Maße auch erforderlichen) Routine übersieht oder/und ablehnt. Zudem gibt es unzählige andere Gelegenheiten, eigene Ideen und Erfahrungen einzubringen. In meinem Falle sind das z.B. die fachpolitische Arbeit als Abgeordneter sowie die Wahlkreistätigkeit. Ich konnte und kann meine Erfahrungen aber auch in anderen Zusammenhängen fruchtbar machen, z.B. als Leiter bzw. Mitglied von diversen Arbeits- und Projektgruppen oder als Vorsitzender von Antrags- bzw. Redaktionskommissionen auf Bundes- und  Landesparteitagen bzw. bezirklichen Hauptversammlungen.

 

So hatte ich z.B. – ähnlich wie für die oben erwähnten Kommunalpolitischen Leitlinien – eine Projektgruppe des Landesvorstandes geleitet, die ein kommunalpolitisches Leitbild der PDS Berlin erarbeitet sowie sich mit der inhaltlichen Vorbereitung anstehender politischer Entscheidungen auf kommunalpolitischem Gebiet befasst hatte. Das von dieser Projektgruppe erarbeitete bezirkspolitische Leitbild der PDS Berlin „Der Bezirk als Bürgerkommune“ wurde am 21. September 2003 vom Landesparteitag der Berliner PDS als verbindliche Handlungsgrundlage beschlossen und wird nun schrittweise umgesetzt (www.pds-berlin.de/partei/projekt/bezirke).

 

Seit 1999 – als ich mich von hervor gehobenen Funktionen auf Landesebene zurückgezogen hatte – bin ich Sprecher einer großen Basisorganisation und Koordinator des nun seit Jahren regelmäßigen Zusammenwirkens von mehreren Basisorganisationen zwischen dem Prerower Platz und dem Bahnhof Wartenberg im Rahmen eines Kiezverbandes. Wir führen monatlich zum Teil sehr interessante und öffentliche Veranstaltungen durch, z.B. mit Mitgliedern des Bundes- und Landesvorstandes unserer Partei, des Bundestages und Abgeordnetenhauses sowie mit „unseren“ Senats- und Bezirksamtsmitgliedern, aber auch mit Vertretern von örtlichen Bürgerinitiativen, Vereinen und Verbänden. Und in „meinem“ Bezirksverband Lichtenberg habe ich seit 1995 die „Bannmeilen-Info“ heraus gegeben, eine vierseitige monatliche Beilage zur PDS-Bezirkszeitung von Hohenschönhausen und später des Großbezirkes Lichtenberg, in den Hohenschönhausen aufgegangen ist (www.pds-lichtenberg.de/relaunch/kat_publikationen.php). In der „Bannmeilen-Info“ informierten wir Lichtenberger Abgeordnete aus unserer Tätigkeit im Deutschen Bundestag bzw. im Berliner Abgeordnetenhaus. Die „Bannmeilen-Info“ erscheint allerdings seit Januar 2005 aus finanziellen Gründen nur noch in abgespeckter Form als Teil des PDS-„Bezirksblättchens“ Lichtenberg, und auch dafür trage ich weiterhin die redaktionelle Verantwortung.

 

Wahlkampf am 12. September 2006 vor dem Linden-Center in Hohenschönhausen: mit Gregor Gysi (1.v.l.), der Direktkandidatin für den Wahlkreis 1 Evrim Baba (2.v.l.), mir als Direktkandidaten für den Wahlkreis 2  (2.v.r.) und Gesine Lötzsch, Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2010 Bundesvorsitzende der Partei DIE LINKE (1.v.r.). Die allgemeine Erheiterung gilt Mitgliedern der Jungen Union, die im Hintergrund  mit einem Pfeifkonzert vergeblich versuchten, Gregor Gysi am Reden zu hindern (was ohnehin niemand kann und schon gar nicht die Junge Union),  jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits keine Puste mehr hatten.

Foto: Büro Lötzsch

 

Ich hatte schon immer viel und gern geschrieben. Meine Liste wissenschaftlicher und politischer Publikationen umfasste Ende 1989 etwa 300 Titel. Inzwischen ist sie auf weit über achthundert angewachsen, und darunter sind mehr als 70 Bücher und Broschüren, an denen ich mit gearbeitet bzw. die ich allein verfasst habe.

 

Nach den vorgezogenen Neuwahlen des Jahres 2001 gehörte ich zu jenen, die besonders engagiert für eine Regierungsbeteiligung der PDS warben. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie uns große Verbände und Organisationen, darunter nicht wenige Führungskräfte aus den Gewerkschaften, geradezu drängten, in die Koalition zu gehen. „Ihr seid nicht Teil des Berliner Filzes, und wenn wir mit der schlimmen Berliner Klientel- und Lobbywirtschaft Schluss machen wollen, müsst Ihr in die Regierung“, wurde uns oftmals gesagt. Und dass das Geschäft dieser Regierung vor allem darin bestehen müsse, den gravierenden Verschuldungskurs des Landes zu stoppen, war auch allen klar. Dass das auch bedeuten würde, Berliner „Ausstattungsvorsprünge“ abzubauen, damit Berlin Bundesergänzungshilfen vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe einklagen kann, haben wir vor den Wahlen laut und deutlich gesagt.

 

Doch dass von vielen gesellschaftlichen Gruppen mit „Lobby“ und „Klientel“ immer nur die anderen gemeint werden und dass eigentlich alles so bleiben müsse, wenn es um die eigenen Interessen geht – das hätte zumindest ich so nicht erwartet. Und nie hätte ich gedacht, wie schwer – und oftmals anscheinend gar nicht gewollt – es ist, von so manchen Schwarz-Weiß-Vorwürfen weg- und zur Debatte der eigentlichen Konfliktpunkte hinzukommen. Denn sehr bald erlebten wir, dass selbst Einschnitte bei Leistungen, die es – wie z.B. die Milliarden teure Wohnungsbauanschlussförderung – ausschließlich in Berlin gab, zu massiver Gegenwehr führten.

 

Ganz sicher war das – ebenso wie eine mangelhafte kommunikative Vermittlung unserer rot-roten Landespolitik – eine Hauptursache für das schlechte Wahlergebnis der Linkspartei.PDS am 17. September 2006 in Berlin. Inzwischen gibt es die zweite Auflage einer rot-roten Koalition, und über deren Arbeitsergebnisse, aber auch über Probleme informiere ich auf dieser Homepage regelmäßig und zeitnah. In den Debatten über eine erneute Koalition mit der SPD gehörte ich zu jenen, die einerseits nicht um jeden Preis erneut in eine Regierung wollten und die einen erneuten Regierungseintritt davon abhängig machten, ob bestimmte und für uns wichtige gestaltungspolitische Positionen – auch und gerade nachdem das Bundesverfassungsgericht die Klage Berlins auf Bundesergänzungshilfen zurückgewiesen hat – durchgesetzt werden können. Andererseits haben wir auf meinen speziellen Arbeitsgebieten die Zeit der ersten Koalition gut genutzt und viel erreicht, so dass ich einen Gang in die Opposition schon als deutlichen gestaltungspolitischen Verlust empfunden hätte. Deshalb habe ich auch dafür geworben, jeden wichtigen Schritt – beginnend bei den Koalitionsverhandlungen – öffentlich zu machen, damit diese Koalition trotz aller Probleme und Widersprüchlichkeiten auch von der Basis als wichtig und nützlich erfahren werden kann. Deshalb gebe ich auch seit Ende 2006 regelmäßig, aber in unregelmäßigen Abständen eine elektronische WAHLKREIS-DEPESCHE heraus. Sie richtet sich an Basisorganisationen, aber auch an weitere interessierte Einwohnerinnen und Einwohner sowie Vereine und Institutionen in meinem Wahlkreis. In der WAHLKREIS-DEPESCHE informiere ich in der Regel im Vorab über zur Entscheidung anstehende Fragen, damit eine sachliche Debatte darüber möglich wird. Wer diese WAHLKREIS-DEPESCHE regelmäßig beziehen will, muss mir nur seine Mailadresse an peter-rudolf@zotl.de zusenden, und schon ist man im Verteiler.        

 

 

Seit dem 21. Februar 1969 – also seit nahezu 42 Jahren – sind meine Frau Barbara und ich miteinander verheiratet.

 

Seit dem 21. Februar 1969 (den Termin habe ich noch nie vergessen!) bin ich mit meiner Frau Barbara, einer promovierten Diplom-Psychologin, verheiratet. Wir haben zwei Kinder, den 1972 geborenen Sascha und die 1975 zur Welt gekommene Kerstin. Unser erster Sohn Jan Peter verstarb 1971 – nur wenige Tage nach seiner Geburt – an einem damals nicht operierbaren Herzfehler. Längst sind unsere Kinder „aus dem Haus“ und haben eigene Familien. Unsere Wohnung teilen wir mit unseren beiden Katern Kasimir und Benjamin. Diese wurden im Januar 2004 geboren, sind im April 2004 bei uns eingezogen, und inzwischen wohnen wir bei ihnen…

 

Unsere Kater Benjamin (links) und Kasimir lieben den Schreibtisch meiner Frau.

 

Am 21. März 2004 wurden wir Großeltern der kleinen Gina, der Tochter von Sascha und seiner Frau Doreen, und zehn Tage später, am 31. März 2004, kam unser zweites Enkeltöchterchen Lilli, die Tochter von Kerstin und ihrem Mann Torsten, auf die Welt. Seitdem sind unsere beiden Enkelinnen, die inzwischen Ende August 2010 schon in die Schule gekommen sind, für meine Frau und mich zu unserem „liebsten Hobby“ geworden, und nahezu täglich bewahrheitet sich, was mir ein Schulfreund zur Geburt der beiden schrieb: Für die eigenen Kinder tat man viel, für die Enkel aber macht man einfach alles…

 

 

                      

Unsere Enkelinnen Lilli (auf dem linken Bild links) und Gina sind inzwischen fast siebeneinhalb Jahre alt. Sie sind – wie hier im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde (linkes Bild) und im Zoo Eberswalde – sehr fidel und unternehmungslustig sowie für alle Späße zu haben. Das erste Schuljahr haben sie gut gemeistert, weswegen sie ihre ersten langen Ferien ausgiebig genießen und keinerlei Gedanken an die Schule verschwenden. Allerdings täuscht der körperliche Größenunterschied auf dem rechten Bild darüber hinweg, dass Gina zehn Tage älter als Lilli und also „die Große“ ist…

(Alle Fotos ohne gesonderte Quellenangabe entstammen meinem Privatarchiv.)